Prokrastination- dein Erfolgskiller

Prokrastination

Prokrastination

Warum Prokrastination dein Erfolgskiller ist, erklären wir dir heute.

Das Bearbeiten der Steuererklärung hat ja noch ein bisschen Zeit, ich räume zuerst die Küche auf. Du müsstest die Konferenz für die Firma vorbereiten, da der Termin aber nicht morgen ist, verschiebst du die Vorbereitung. Du solltest für die nächste Klausur lernen, aber das Treffen mit deinem Freund/in ist gerade so attraktiv.

Kennst du das auch von dir, dass du die wirklich wichtigen Dinge aufschiebst? Das kann ich ja noch später erledigen, ist dann deine Standardantwort, richtig?

Wir erklären dir heute, was Prokrastination bedeutet, wie sie entstehen kann und zeigen dir Wege, wie du aus dieser Falle herauskommst.

Ach, morgen reicht auch! Nein, Scherz beiseite.

Was du heute mitnehmen kannst:

  1. Was ist Prokrastination?
  2. Prokrastination macht krank.
  3. Ursachen der Prokrastination.
  4. Lösche deine schlechten Angewohnheiten.
  5. Wer das Problem nicht angeht, vergrößert es.
  6. Tipps gegen Prokrastination.
  7. Fazit

 

  1. Was ist Prokrastination?

Prokrastination (lateinisch procrastinare „vertagen“; Zusammensetzung aus pro „für“ und crastinum „Morgen“), auch „extremes Aufschieben“, ist eine pathologische  Störung, die durch ein unnötiges Vertagen des Beginns oder durch Unterbrechen von Aufgaben gekennzeichnet ist, sodass ein Fertigstellen nicht oder nur unter Druck zustande kommt. Umgangssprachlich wird von „Bummelei“, „Aufschieberitis“ oder „Drückebergeritis“ gesprochen. Dies geht oft mit einem Leidensdruck einher. Die Störung wird insbesondere bei Personen beobachtet, die überwiegend selbstbestimmt arbeiten, wie z. B. Studenten, Anwälte, Journalisten und Lehrer. Betroffene leiden meist dauerhaft darunter und berichten teilweise, bereits zu Schulzeiten Probleme gehabt zu haben, die sich in ihrem späteren Berufs- und Privatleben fortgesetzt haben. (Quelle-Wikipedia)

Du kannst es auch einfach sagen. Du benutzt des Teufels liebstes Möbelstück: Du schiebst etwas “auf die lange Bank.”

Prokrastination

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  1. Prokrastination-dein Erfolgskiller macht krank

Manfred Beutel von der Universitätsmedizin Mainz hat in einer Studie (Teilnehmer: 2.527 Personen im Alter von 14 bis 95 Jahren) herausgefunden:

Bei jungen Menschen ist die Prokrastination weiter verbreitet als bei älteren Personen. Dieses Verhalten hat natürlich Folgen: Menschen, die wichtige Tätigkeiten vor sich herschieben, sind öfter Single, sind verstärkt arbeitslos und haben ein kleineres Gehalt. Schüler und Studierende prokrastinierten dabei häufiger, als ihre berufstätigen oder in einer Ausbildung befindlichen Altersgenossen.

Außerdem gaben die Teilnehmer, unter Stress, Depression, Angst, Einsamkeit und Erschöpfung zu leiden.

http://www.uni-mainz.de/presse/74678.php

  1. Ursachen der Prokrastination

Die Ursachen für eine chronische Aufschieberitis können entweder bedenklich, aber auch wirklich komplett harmlos sein:

  • Bei vielen Personen ist es das falsche, oder nicht durchdachte Prioritätenmanagement.
  • Es kann auch der innere Schweinehund und Faulheit sein.
  • Möglich ist eine ständige Prokrastination auch im Charakter begründet: Impulsive Charaktere sind schneller ablenkt und schieben daher unattraktive Aufgaben gerne auf.
  • Einfach die Angst vor dem Scheitern.

Deine Aufgabe ist es nun herauszufinden, welches deine Ursache/n für das Aufschieben ist.

Um dieses festzustellen, musst du dich eine Zeitlang beobachten und selbst reflektieren. Was ist dein Grund?

  1. Lösche deine schlechten Gewohnheiten.

Ist es bei dir nur eine schlechte, unproduktive Gewohnheit, dann eliminiere sie.

Wenn das bei dir der Fall ist, dann bist du in bester und zahlreicher Gesellschaft.

26% der befragten Personen gaben an, dass Prokrastination ihre schlechteste Gewohnheit sei. Das bedeutet, dass Prokrastination auf Platz 1 der Liste der schlechtesten Gewohnheiten steht, sogar vor dem Rauchen oder keinen Sport zu treiben.

Faktoren, die hinter dem Aufschieben stecken und oben noch nicht genannt wurden:

  • Konzentrationsprobleme.
  • Unlust auf die Aufgabe.
  • Fehlende Energie.
  • Attraktivere Ablenkungen.
  • Keine Klarheit über die zu erledigenden Aufgaben und Ziele.
  • Du musst immer nur fremde, aber keine eigenen Ziele verfolgen.

Vielleicht gibt es noch mehr Gründe, aber wir haben wohl den größten Teil der Faktoren angesprochen.

  1. Prokrastination: Wer das Problem nicht angeht, vergrößert es.

Das Problem, dass jeder zuerst beim Aufschieben entdecken kann, ist die Zeitverschwendung. Eine weitere, negative Folge kann das Abhandenkommen der letzten Motivation sein. Wenn du dann immer weiter aufschiebst, schwindet auch dein Selbstvertrauen Stück für Stück.

Denn dein Selbstvertrauen kann durch nichts so schnell aufgebaut werden, wie durch eigenes Handeln und Tun. Aber auch das Gegenteil ist der Fall. Du kommst somit in eine Abwärtsspirale aus Prokrastination, sinkendem Selbstvertrauen und sinkender Motivation.

  1. Tipps gegen Prokrastination

  1. Ablenkungen eliminieren

Ablenkungen stellen eine der Hauptursachen für Prokrastination dar. Ablenkungen lenken uns am stärksten ab, wenn sie vorhanden sind.

Wenn du vor dem umgedrehten Handy versuchst, deine Arbeit zu erledigen, wird das Handy ziemlich schnell sehr attraktiv, oder? Gleiches gilt ebenso für weitere Ablenkungen wie PC oder auch TV.

Deshalb entferne alle Ablenkungen aus dem Raum. Wenn das nicht möglich ist, wechsle selbst den Raum. Suche dir einen Platz, wo du keinen Ablenkungen ausgesetzt bist.

  1. 72 Stundenregel befolgen

Die 72 Stunden Regel bedeutet, dass 99% aller Vorhaben und Absichten, mit deren Umsetzung du nicht innerhalb von 72 Stunden beginnst, von dir nicht in die Tat umgesetzt werden. Sie ist jedoch keine Gesetzmäßigkeit, sondern eher als Faustformel zu bezeichnen.

Wie oft hast du dir selbst schon etwas vorgenommen und es am Ende nie in die Tat umgesetzt?

Wenn du diese Regel andersherum ausdrückst, wird sie noch deutlicher:

Die Wahrscheinlichkeit, dass du deine Ziele erreichst und den ersten Schritt machst, beträgt 1%, wenn du nicht binnen 72 Stunden erste Handlungsschritte unternimmst.

Es ist nicht unbedingt der innere Schweinehund, der dich zurückhält und der mit dir kämpft. Zum großen Teil ist es auch einfach die mangelnde Entschlossenheit, die dich zaudern lässt. Wenn du dich zu 100% für eine Sache entschieden hast, dann willst du auch beginnen, oder?

  1. Eat that Frog

Diese wirklich einfach umzusetzende Regel hat es mir wirklich angetan. Der amerikanische Erfolgscoach Brian Tracy hat sie so genannt und sie besagt:

Erledige gleich am Morgen die unangenehmste Aufgabe. Was soll der Tag dann noch schlimmes bringen?

Wenn du gleich morgens die schwierigste Aufgabe erledigst, schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe:

  • Am Morgen ist deine Willenskraft ausgeruht und am stärksten. Nutze das!
  • Dein Selbstvertrauen wächst und du kommst in eine Aufwärtsspirale. Denn du kannst dir ja selbst vertrauen, weil du dir etwas vorgenommen hast, was du durchziehst.

 

  1. Betreibe kein Multitasking.

Viele Menschen denken, wenn sie Multitasking betreiben, sind sie schneller fertig. Das Gegenteil ist der Fall. Einige Studien konnten nachweisen, dass Menschen nicht produktiver sind, wenn sie mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen.

https://archive.unews.utah.edu/news_releases/frequent-mulitaskers-are-bad-at-it/

Multitasking ist eine Illusion. Multitasking führt zu vermehrten Fehlern, da dein Gehirn zwischen den einzelnen Aufgaben hin und her springt. Deine Konzentration ist auf keine dieser Aufgaben gerichtet. Außerdem erhöht sich nicht nur die Fehlerzahl, sondern es dauert länger und Multitasking produziert Stress.

Je höher dein Level an Konzentration, desto schneller bist du fertig und desto leichter fällt dir die zu erledigende Aufgabe.

  1. Kontrolliere deine eigenen Gedanken.

Wie du schon in unseren Artikeln zur Affirmation und zum Unterbewusstsein lesen konntest, haben deine Gedanken einen großen Einfluss auf dich. Sie beeinflussen dein Handeln, deine Ergebnisse und Gewohnheiten.

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Deine Worte werden  zu Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Deine Gewohnheiten werden zu deinem Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal. (Talmud)

Wenn du also schlecht mit dir selbst redest (ja, du tun wir ständig), wird es dir immer schwerer fallen, Dinge anzupacken.

  1. Setze dir Prioritäten.

Oft ist das Aufschieben mit dem Mangel an Prioritäten verbunden. Wenn du nicht weißt, was du als erste Aufgabe erledigen musst, dann wird es unklar und du handelst gar nicht.

Ein gutes Mittel zum Setzen der Prioritäten ist die Eisenhower Matrix. Hier kannst du am Abend vorher festlegen, mit welcher Aufgabe du am nächsten Tag startest. Die komplette Vorgehensweise kannst du in unserem Artikel zum Zeitmanagement lesen.

  1. Verabschiede dich vom Perfektionismus.

Perfektionismus ist ein Stressauslöser und auch ein Zeitkiller.

Er führt zu einem Tunnelblick, bei dem du dich auf viele Einzelheiten fokussierst, die für das Ganze aber wenig Bedeutung haben. Die Gefahr besteht, dass du dich verrennst und dich nicht mehr vom Fleck bewegst.

Die wirklich erfolgreichen und produktiven Personen sind auch nicht perfekt. Oft kommt es vor, dass diese Menschen eine Sache sehr gut können, während sie in anderen Bereichen Schwächen haben. Das ist aber auch ganz natürlich, denn um in einer Sache sehr gut zu werden, sind etwa 10.000 Stunden intensiven Trainings nötig.

  1. Isst du richtig?

Du bist, was du isst. Ein voller Bauch studiert nicht gern.

Bestimmt kennst du diese Sprüche. Sie haben einen wahren Kern, denn deine Ernährung wirkt sich auf deine Leistungsfähigkeit und auch Konzentration aus. Wenn das Blut nach einem reichhaltigen Essen in den Verdauungstrakt wandert, bleibt wenig für dein Gehirn übrig. Du wirst viel schneller dazu neigen, mit dem Prokrastinieren zu beginnen, da deine Konzentrationsfähigkeit gering ist.

  1. Fazit

  • Prokrastination oder auch Aufschieberitis kann eine schlechte Angewohnheit sein, aber auch krankhaft mit Folgen für die Betroffenen.
  • Die Gründe des Prokrastinierens sind vielfältig, zum Beispiel mangelnde Konzentration, fehlende Energie oder zu viele Ablenkungen.
  • 26% der Deutschen geben Aufschieben als ihre schlechteste Angewohnheit an.
  • Mit einfachen Tipps kannst du aber ins Handeln kommen.

 

Quelle:

Brian Tracy: “Eat that Frog.”

http://www.uni-mainz.de/presse/74678.php

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/188094/umfrage/schlechte-angewohnheiten-der-deutschen/

https://archive.unews.utah.edu/news_releases/frequent-mulitaskers-are-bad-at-it/

Written by StefTom