Komfortzone- Gründe, warum du sie verlassen solltest

Komfortzone verlassen

Komfortzone verlassen

Im heutigen Artikel möchten wir dir zeigen, wie wichtig es ist, die eigene Komfortzone regelmäßig zu verlassen, obwohl es außerhalb Risiken, Ungewohntes und nicht Alltägliches gibt. Wir klären, was dich zurückhält und warum du es trotzdem wagen solltest. Lerne deine Komfortzone und den richtigen Umgang mit ihr kennen.

  1. Was ist die Komfortzone?

Eine Komfortzone ist der durch Gewohnheiten definierte Bereich eines Menschen, in dem er sich wohl und sicher fühlt und es ihm deswegen leichtfällt, mit der Umwelt zu interagieren.

Die Komfortzone ist bei jedem Menschen unterschiedlich und individuell, ebenso wie die Folgen und Anstrengungen, die Komfortzone zu verlassen. Der Begriff wird häufig in der Populärpsychologie für träges, versteiftes und immer gleiches Verhalten verwendet.

Die Gewohnheiten entstehen durch eine Umwelt und/oder ein soziales Umfeld, das für die Personen bereits bekannt ist und, aufgrund fester Rituale und Routinen sowie Persönlichkeitsstrukturen und Verhaltensweisen, als gewöhnlich empfunden wird. (Quelle: Wikipedia)

Kurzum: alltägliche, immer gleiche Abläufe und Routinen, die du im Schlaf abrufen kannst, ein total berechenbarer Tagesablauf, der keine Überraschungen parat hat. Willkommen in der Bequemlichkeit.

Angenehm und bequem hast du dich hier eingerichtet. Aber Vorsicht: Auf Dauer ist es gefährlich dort.

  1. Weitere Zonen

Neben der Komfortzone existieren noch zwei weitere Zonen:

  1. Die Lernzone (oder Wachstumszone)
  2. Die Panikzone

In der Lernzone gibt es anregenden, positiven Stress.

In niedriger Dosis ist Stress anregend auf deinen Körper und dein Gehirn. Es ist der Eustress.

Deine Leistungsfähigkeit ist in diesem Zustand in der Lernzone sehr hoch. Dein Fokus schärft sich und deine Konzentrationsfähigkeit steigt.

In der Panikzone herrscht lähmender Stress.

Steigt der Stress aber über ein tolerierbares Maß hinaus, wirkt er so stark, dass er dich in deinen Handlungen lähmt.

Hier befinden wir uns in der Panikzone. Man spricht von Disstress.

Komfortzone

Komfortzone

  1. Komfortzone: Warum ist das Verlassen so schwierig?

Liebst du nicht auch das Gefühl, das eigene Leben komplett unter Kontrolle zu haben?

Kontrolle gibt dir Sicherheit, Geborgenheit und das Gefühl, du kannst Einfluss auf bestimmte Dinge nehmen. Im Büro mit Routine Aufgaben erledigen, im Alltag nach der Arbeit bequem auf dem Sofa Platz nehmen, immer gleiche Gesichter sehen und Geschichten hören.

Die Komfortzone ist das komplette Gegenteil von Weiterentwicklung und Veränderung.

Letztlich ist es so, dass die meisten Menschen sich tatsächlich vor Veränderungen ihres Lebens und des Alltags fürchten. Kein Wunder, müsstest du doch Gewohntes, Bequemes und Alltägliches aufgeben.

Deine eigene Bequemlichkeit steht dir im Weg. Je besser du dich in deiner Wohlfühloase auskennst, desto weniger Energie und Kraft musst du aufwenden. Einfach einfach. Die Gewohnheiten halten dich zurück.

Willst du nun aber doch deiner Bequemlichkeit die rote Karte zeigen und die Komfortzone verlassen, hast du einen mächtigen Gegner: Das limbische System, oder auch Säugerhirn genannt.

Nach Stefan Frädrich halten uns drei Urängste zurück, die Komfortzone zu verlassen und das eigene Leben und den beschränkten Horizont zu erweitern.

3.1. Komfortzone: Die Angst vorm Scheitern

Wir alle tragen diese Angst in uns. Seit Menschengedenken, und sie hat das Überleben unserer Vorfahren gesichert.

Vor tausenden von Jahren durfte der Mensch keine Fehler machen. Wenn er hinter einem Gebüsch ein Geräusch hörte, musste er richtig entscheiden: Stammte das Rascheln von einer Maus oder doch einem Raubtier. Eine Fehlentscheidung konnte mit dem Tod enden. Bis heute lähmt uns die Angst vor Fehlern. Wir wollen immer alles richtig machen. Die Gefahr, Fehler zu machen, ist außerhalb deines Wohlfühlbereichs deutlich höher. Also bleibst du zum Selbstschutz lieber passiv.

Innerhalb deiner Komfortzone musst du dich mit deinen Ängsten nicht konfrontieren, aber: Dort, wo deine größten Ängste sind, ist dein größtes Entwicklungspotential.

3.2. Komfortzone: Die Angst vor Überanstrengung

Auch die Angst vor Überanstrengung rettete unseren Vorfahren das Leben. Bei knappem Nahrungsangebot war es nicht sonderlich clever, auch noch Marathonläufe oder sonstige kraftzehrende Dinge zu tun.

Veränderung bedeutet aber gleichzeitig Energieaufwand.

Dein Gehirn macht nur ca. 2 bis 3% deines Körpergewichts aus, verbraucht aber im Gegenzug bei Tätigkeit fast 20% der Gesamtenergie. Das ist der Grund, warum bei dir ganz viel im Unterbewusstsein abläuft und du nicht ständig darüber nachdenken musst, was du wie tust. Dein Autopilot- Modus spart Energie. Deine Komfortzone, deine Bequemlichkeit ebenfalls.

3.3. Komfortzone: Die Angst vor Zurückweisung

Diese Angst entstand ebenfalls vor Urzeiten. Wer nicht mehr zu einer sozialen Gruppe gehörte, nicht gemocht und somit verstoßen wurde, dem drohte alleine in der rauen Welt der Tod. Alleine vor tausenden von Jahren zu überleben war nicht möglich.

Heute möchtest du auch von jedem gemocht und akzeptiert werden. Veränderung und dein Schritt aus deiner Komfortzone beinhaltet aber durchaus die Möglichkeit, abgelehnt zu werden.

So viele Ängste, da macht es doch Sinn, einfach still zuhalten und in der Bequemlichkeit alt zu werden, oder?

4. Komfortzone:Weitere Gründe für das Verharren in der Komfortzone

  1. Sobald du an einem bestimmten Projekt arbeitest, ist eine gewohnte Umgebung mit alltäglichen Abläufen sinnvoll, denn du wirst nicht durch Überraschungen, Unbequemes oder gewisse Ängste aus der konzentrierten Arbeit gelockt.
  2. Negative Überraschungen können dich innerhalb deiner Komfortzone eher selten aus der Fassung bringen oder aus der Bahn werfen. Deine Arbeit würde an Effizienz einbüßen.
  3. Außerhalb deiner Wohlfühlzone ist die Gefahr größer, durch Risiken aus dem Leben zu scheiden.
  4. Vielleicht fehlen dir auch nur die nötigen Anreize dafür? Es fehlen dann Visionen und Ziele, für die es sich lohnt, ein bestimmtes Risiko einzugehen.
  5. Wenn du Überzeugungen und Glaubenssätze über dich hast, wird es für deinen Denkapparat eine große Aufgabe, diese zu ändern. Da lohnt sich das Schützen der Glaubenssätze, indem du in der Komfortzone bleibst, dort nach Beweisen suchst und nicht nach Gegenbeweisen außerhalb.

5. Komfortzone: Gründe für das Verlassen

Es gibt aber ebenfalls zahlreiche Gründe, warum das Verlassen der Komfortzone durchaus sinnvoll und notwendig ist, damit du dich persönlich überhaupt entwickeln kannst.

  • Wenn du immer nur das tust, was du bisher getan hast, wirst du auch nur das bekommen, was du bisher bekommen hast. Deine Konkurrenz im Büro, im Job bewegt sich aber und entwickelt sich weiter. Deine mögliche Chance auf Beförderung rückt in weite Ferne.
  • Neue Kontakte und Netzwerke, heute wichtiger denn je, findest du nicht dort, wo du jetzt bist. Die sind immer außerhalb.
  • Das Verwirklichen und Umsetzen deiner eigenen Visionen und Ziele kannst du nicht innerhalb der Mauern deiner Wohlfühloase erreichen.
  • Dein Energielevel sinkt immer weiter und dein Selbstvertrauen schwindet. Du fühlst dich immer mehr im Hamsterrad, aus dem es kein Entkommen gibt.
  • In der Komfortzone entwickelst du dich zurück. Da du innerhalb der Komfortzone nur selten von Unerwartetem überrascht wirst, sodass du äußerst selten gezwungen bist, über Probleme und Lösungen nachzudenken, entwickelst du dich geistig zurück.

Die Komfortzone wird somit immer kleiner und letztlich bist du schon wegen ein paar Kleinigkeiten überfordert. Stress steht vor der Tür.

(Quelle: https://www.brain-effect.com/magazin/ein-faulenzerurlaub-ist-gift-fuer-die-intelligenz)

Wie du siehst, gibt es ausreichend triftige Gründe, sich zu bewegen, die Herausforderungen und Probleme außerhalb anzugehen.

6. Wie kannst du die Komfortzone verlassen?

“Life ist not measured by the the number of breaths we take, but be the moments that take our breath away”(Maya Angelou).

Frei übersetzt: Im Leben zählen nicht die Atemzüge, die du machst, sondern die Momente, die dir den Atem rauben. Und genau das passiert außerhalb deiner Mauern, die du oft selbst gesetzt hast.

Du zweifelst noch ein bisschen? Haderst? Du willst die Komfortzone verlassen, deine Persönlichkeit entwickeln und deine Ziele verfolgen und verwirklichen? Aber du tust es doch nicht?

Hier folgen einige Tipps für dich, wie du es doch schaffst.

6.1. Vom Kopf in den Körper.

Suche etwas Motivierendes für dich, um dich aus deiner Komfortzone hervorzuwagen. Wenn Motivation vorhanden ist, kommst du ins Handeln. Denn dein Körper wird durch die Motivation auf Aktion vorbereitet: Blutdruck steigt, deine Herzfrequenz nimmt zu, Energie wird geliefert.

Das Gegenteil passiert, wenn du unmotiviert bist. Die oben beschriebenen Prozesse finden nicht statt.

Gehe vom Kopf in den Körper und aktiviere die Prozesse durch Aktivität, du kommst damit leichter in die Lernzone.

6.2. Große, eigene Ziele

Sobald du Ziele für dich gefunden hast, die wirklich deine und nicht die Ziele von anderen Personen sind, erzeugst du die für dich notwendige Motivation. Mit dem entsprechenden Fokus wird dir das Verlassen der Komfortzone gelingen.

Hier ist ein Artikel zum setzen großer Ziele: https://erfolg-fokus.de/buchreview-setze-dir-groessere-ziele/

6.3. Step by Step

Zerlege doch dein Verlassen des Komfortbereichs in kleine Schritte. Auch mit kleinen Schritten kommst du letztlich ans Ziel.

6.4.Überprüfe deine Erwartungen

Sind es deine eigenen Erfahrungen, aus denen du deine Erwartung ziehst? Eher nicht, denn dann wärst du ja schon hinausgetreten. Es sind oft Glaubenssätze die dich daran hindern, die Zone zu verlassen. Phasenweise sind es auch negative Berichte aus den verschiedenen Medien.

Wenn du dich dafür entscheiden hast, regelmäßig den Schritt zu wagen, meide negative Schlagzeilen in den Medien. Dein Fokus wird aufs Schlechte gerichtet.

6.5. Worst Case

Gehörst du auch zu den Personen, die gerne das Worst Case Szenario ausbauen und ausschmücken? Dann geht dein Fokus auf Wanderschaft, in die falsche Richtung.

Dein Verharren oder deine Starre kannst du auflösen, wenn du dich fragst:

  • Was kann denn wirklich im schlimmsten Fall passieren?
  • Was wäre daran so arg?
  • Was wird eher passieren?

Ganz ehrlich, wir Menschen sind Weltmeister im Ausmalen dieser Horrorszenarien. Stelle dir obige Fragen und bleib in der Wirklichkeit.

6.6. Eat that Frog

Verfahre nach dem Motto: Die größte Herausforderung, das schwierigste Problem zuerst anzugehen. Denn wenn du das morgens geschafft hast, kann der Tag nichts Herausforderndes mehr bringen.

Deine Willenskraft ist morgens am höchsten, so dass du diesen Schritt früh machen solltest. Außerdem wächst dein Vertrauen in dich. Dein Selbstvertrauen. Du kannst mit scharfem Fokus den Rest des Tages erledigen und nicht mehr darüber nachdenken, was noch Schwieriges zu erledigen ist.

7. Fazit

  • Jeder hat eine persönliche Komfortzone.
  • Wir alle haben Ängste, die uns zurückhalten.
  • Wir vermeiden Neues, Unbequemes, Risiken.
  • Neben der Komfortzone gibt es zwei weitere Zonen: Die Lern- und Panikzone.
  • In deiner Komfortzone entwickelst du dich nicht weiter, sondern eher zurück. Deshalb musst du sie regelmäßig mit Köpfchen verlassen.
  • Mache dir ein paar Tipps zum Verlassen der Komfortzone klar und vermeide die Panikzone.
  • Große Ziele helfen dir dabei, die Komfortzone zu verlassen und deinen Fokus neu zu justieren.

Wir möchten dich nicht dazu anhalten, ständig deine Komfortzone ohne Nachdenken zu verlassen. Darum geht es uns nicht. Es geht um das Verständnis und Wachrütteln, warum ein Verlassen der Komfortzone in die Lernzone durchaus immer wieder sinnvoll und hilfreich ist.

 

Quellen:

Written by StefTom