Flow: Der ultimative Geistes- und Körperzustand

 

Flow

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Flow: Warum du wissen solltest, was Flow ist und wie du diesen besonderen Zustand selbst erreichst, erfährst du in diesem Beitrag.

Er kann allgemein als ein besonderes positiver, erfüllender und produktiver mentaler Zustand bezeichnet werden, den manche Menschen während bestimmter Aktivitäten erfahren.

Personen, die in einen Flow-Zustand kommen, scheint einfach alles äußerst zügig und effizient zu gelingen.

Dieser Zustand äußerst sich dabei häufig durch folgende Merkmale:

  • Maximale Konzentration auf ein Ereignis, Tätigkeit oder spezifische Gedanken. Die eigene Umgebung, etwaige Ablenkungen oder andere Störfaktoren verschwinden gänzlich aus dem persönlichen Feld der Wahrnehmung.
  • Ein mit diesem Zustand einhergehendes Gefühl der völligen Glücksseligkeit und Zufriedenheit. Diese Momente werden oft, als die erfüllendsten und schönsten Augenblicke beschrieben.
  • Das restlose Aufgehen in einer Tätigkeit, das sich in einen wahren Schaffensrausch mit höchster Kreativitäts- und Ausführungslust kanalisiert. Die Arbeit ist von maximaler Effizienz, Effektivität und Qualität gekennzeichnet.

Erreicht werden kann dieser Zustand in verschiedenen Lebenssituationen. Beispielsweise auf der Arbeit, beim Sport, in der Freizeit, beim Ausüben von Hobbies oder in Gesprächen.

Jeder Mensch hat in der Regel andere Situationen, Aktivitäten oder Aufgaben, in denen er Flow-Zustände erleben kann.

Im Folgenden wirst du u.a. lernen, wo von Flow-Zustände abhängen, welche Wirkungen sowie Effekte sie mit sich bringen und wie du deinen persönlichen Flow forcieren und für dich nutzten kannst.


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Auf wen ist die Flow Theorie zurückzuführen?

Als Schöpfer der Flow-Theorie, gilt der Psychologe, Verhaltens- und Glücksforscher Mihály Csíkszentmihályi. Csíkszentmihályi hat zahlreiche wissenschaftliche Beiträge, Forschungen und Bücher zu dem Zustand des Flow veröffentlicht und gilt als unumstrittener Experte auf dem Gebiet der Flow-Forschung.

Jedoch soll nicht unerwähnt bleiben, dass es bereits Jahre vor Csíkszentmihályis Forschungen auf diesem Gebiet, einige Forscher der Verhaltens-/Glücksforschung gab, die sich mit diesem Phänomen des Flows intensiv befassten.

Csíkszentmihályi untersuchte am Anfang seiner wissenschaftlichen Karriere die Gründe und Rahmenbedingungen, welche einen Menschen glücklich machen. Im Rahmen dieser Forschungen traf er auf die Flow-Erscheinung. Flow nimmt seit dem einen maßgeblichen Anteil innerhalb Csíkszentmihályis Glücksforschung ein, da viele von Csíkszentmihályi interviewte Personen ihm bestätigten, dass sie während des Flow-Zustands, Momente maximaler Zufriedenheit, Befriedigung und Bestätigung erlebten.

Csíkszentmihályi fand heraus, dass Menschen mit regelmäßigen Flow-Ergebnissen durchschnittlich deutlich zufriedener und erfolgreicher in ihrem Leben sind, als solche, die keine Flow-Zustände registrieren.

 

Wie äußert sich ein Flow-Zustand?

Personen, die regelmäßig Flow-Zustände erleben, berichten, dass sie während dieser Phasen sich selbst und ihre Umwelt vergessen. Hinzu kommt oft der Verlust der Wahrnehmung von Raum und Zeit.

Zudem tritt mit diesen Zuständen sehr oft eine Wahrnehmung ein, die sich nur noch auf das Hier und Jetzt beschränkt.

Oft wird außerdem berichtet, dass alle äußeren Faktoren, die nichts mit der eigentlichen Tätigkeit, die diejenige Person gerade ausübt, die den Zustand erlebt, in Vergessenheit geraten und nicht mehr wahrgenommen werden.

Diese Beschreibung ist sehr interessant. Denn augenscheinlich ermöglichen Flow-Erlebnisse einen Zustand der wesentlichen Konzentration auf das Wesentliche. Alle irrelevanten sowie ablenkenden Faktoren können in diesem Zustand zu effektiv ausgeblendet und ignoriert werden, dass diese als nicht-existent wahrgenommen werden.

Während eines Flow-Zustands ist der Fokus der jeweiligen Person so präzise und ausschließlich auf ein Ziel, eine Frage oder eine Tätigkeit gerichtet, sodass ein maximal hoher Grad der Leistungsfähigkeit oder Wahrnehmung erzielt werden kann.

Oftmals wurden diese Erlebnisse von den erlebenden Personen im Nachhinein als so gewaltig beschrieben, dass persönliche Leistungen erbracht werden konnten, von denen die Personen nicht wussten, dass sie dazu überhaupt in der Lage sind.

Acht Merkmale vom Flow- Zustand

Csíkszentmihályi hat im Rahmen seiner Forschungen zu Flow-Erlebnissen acht wesentliche Charakteristika von Flow-Zuständen identifizieren können:

  1. Es existiert ein klar definiertes Ziel und ein direktes Feedback, ob die jeweilige Handlung erfolgreich ist.
  2. Fähigkeiten und Herausforderungen halten sich die Waage.
  3. Aufgaben werden mit einer außergewöhnlichen Leichtigkeit erledigt.
  4. Ein maximaler Konzentrationsgrad auf eine spezifische Aufgabe.
  5. Die Aufgabe befindet sich unter vollständiger Kontrolle der Person.
  6. Verlust der Selbstwahrnehmung.
  7. Die Zeitwahrnehmung verändert sich. Regelrechtes vergessen der Zeit.
  8. Aufgaben werden oftmals wegen intrinsischer Motivationen erbracht.

Auch Falko Rheinberg, ein weiterer Forscher beschrieb 1995 weitere interessante Merkmale des Flow-Erlebnisses:

  1. Der Handlungsablauf ist besonders glatt. Dabei geht ein Schritt nahtlos/flüssig in den anderen über. Der Prozess verläuft maximal gleitend, wie aus einer inneren Logik (=Flow).
  2. Eine maximal hohe Konzentration kommt von allein, wie die eigene Atmung. Alle anderen Geschehen um ein herum oder anderweitige Kognitionen, die nichts mit dem wesentlichen Geschehen zu tun haben, werden wie von allein ohne jegliche Mühe zu 100% ignoriert und ausgeblendet.
  3. Die Person erlebt sich nicht mehr getrennt und isoliert von der Tätigkeit. Vielmehr findet eine Verschmelzung zwischen dem Menschen und seiner Tätigkeit statt. Das Selbstbewusstsein entgleitet.

Diese Zustände sind sogar körperlich messbar. Während eines Flow-Phase schüttet der Körper verstärkt Endorphine, also Glückshormone aus. Zudem kommt es zu einer gleichmäßigeren, also rhythmischen Herzfrequenz.

Diese Phasen können so weit gehen, dass die „betroffene“ Person in einen hypnotisierten oder auch ekstatischen Zustand übergeht.

 

Wie kannst du ihn erleben?

Interviews mit Menschen die regelmäßig Flow-Erlebnisse haben (Bergsteiger, Künstler, Spitzensportler etc.) ergaben, dass insbesondere der oben bereits erwähnte Schwierigkeitsgrad entscheidend für das Zustandekommen dieser Zuständen ist. Die individuelle Herausforderung/Schwierigkeit muss zu deneigenen Fähigkeiten passen. Nicht zu einfach, nicht zu schwer.

Interessant ist auch, dass die interviewten Personen berichten, dass nicht nur das Erreichen des Ziels ausschlaggebend für den Flow-Zustand ist. Vielmehr ist es der Prozess hin zum jeweiligen Ziel. Also der Teil, in der sich die Person voll auf die Tätigkeit an sich konzentriert und fokussiert. Dieser Prozess schafft für die Interviewten den größten Grad an Glücksgefühlen und Zufriedenheit.

Ein weiterer entscheidender Faktor war für die Interviewten die persönliche Identifikation mit dem Ziel. Diese Identifikation kommt vor allem dann zustande, wenn die Person den Sinn und Zweck des Prozesses versteht und vor Augen hat.

Zudem wurde berichtet, dass der Grad der Freiwilligkeit, eine Aufgabe zu erfüllen oder an einem Prozess teilzunehmen ebenfalls besonders stark für das Erleben von Flow-Zuständen ist. Dieser Punkt ist wieder sehr nachvollziehbar, da mit einem höheren Grad an Freiwilligkeit in der Regel ebenfalls ein höherer Grad an Motivation und Freude einhergeht.

Welche Gefühle können Flow-Zuständen regelmäßig zugeordnet werden?

Typisch für diese Zustände sind die folgenden Gefühlszustände:

  • Vollständige Identifikation mit dem, was man tut
  • Man fühlt sich maximal fokussiert und konzentriert
  • Ekstase-artige Zustände, die stark vom normalen Alltag abweichen
  • Eine sehr hohe innere Klarheit in Bezug auf die Tätigkeit bzw. das Ziel
  • Keine Angst vorm Scheitern. Verlieren ist keine wahrgenommene Option.
  • Sehr heiterer und positiver allgemeiner Gemütszustand. Keinerlei Sorgen.
  • Nur die Gegenwart existiert. Die Zeit vergeht sehr schnell.
  • Hunger und Durstgefühle schwinden.

 

Wie kannst du Flow am besten/schnellsten erleben?

Das Entstehen von Flow-Zuständen sind sehr individuelle Prozesse. Eine Person mag durch sportliche Höchstleistungen in diesen Zustand geraten. Eine andere Person hat Flow-Erlebnisse beim Klavier oder Schach spielen, beim Malen oder aber beim Schreiben.

Wie du siehst, kann Flow in den unterschiedlichsten Lebenssituationen auftreten.

Wichtiger ist viel mehr die Verbindung zwischen der ausgeübten Tätigkeit und ihrer Wirkung auf das Individuum. Dabei sollte die ausgeübte Tätigkeit eine Anforderung darstellen, die für dich vom Schwierigkeitsgrad zwischen Überforderung (Angst) und Unterforderung (Langeweile) liegt.

Eine Überforderung stresst dich und kann eine Person sogar in eine sog. Schockstarre versetzen, in der gar keine Leistung mehr möglich ist. Eine Unterforderung dagegen langweilt dich und kann dich erst kann nicht dazu motivieren, qualitativ hochwertige Leistungen zu bringen.

Bedeutet: Für das Erreichen eines Flow-Zustandes ist der Zusammenhang zwischen dem Schwierigkeitsgrad und der individuellen Leistungsfähigkeit maßgeblich. Die Schwierigkeit muss so hoch sein, wie das, was du maximal in der Lage bist, zu leisten!

Aus meiner Sicht und Erfahrung, sind Flow-Zustände für dich zudem insbesondere bei Aktivitäten wahrscheinlich, die du sehr gern, leidenschaftlich und intensiv praktizierst. Überlege doch mal selbst, welche Aufgaben, Tätigkeiten oder Situationen in deinem Leben einen besonderen Stellenwert für dich haben. Welche Prozesse bringen deine Fähigkeiten maximal zum Vorschein und erfüllen dich zudem mit Freude sowie Glückseligkeit?

Die folgenden fünf Punkte können dir erheblich dabei helfen, Flow-Zustände öfter und eher zu erleben:

  1. Setze dir erreichbare und klar definierte Ziele.
  2. Wäge ab, ob deine Fähigkeiten, den geforderten Anforderungen entsprechen.
  3. Mach dir die Bedeutung und den Sinn der Aufgabe bewusst!
  4. Versuche möglichst stressfrei, entspannt und positiv an die Aufgabe ran zu gehen.
  5. Versuche dich während deiner Arbeit nur auf diesen einen Prozess zu fokussieren.

 

Fazit:

Flow ist ein absolut erstrebenswerter Prozess, der einen Menschen glücklich und zufrieden macht. Während dieses Prozesses entsteht eine solch starke Dynamik und Leistungsfähigkeit, welche die Person wie von allein konzentrierter, kreativer und produktiver werden lässt.

Diese Zustände lassen die Person mit ihrer jeweiligen Aktivität förmlich eins werden. Wobei vom Flow begleitete Prozesse mit einer maximalen Leichtigkeit ablaufen.

Um diese Zustände erleben zu können, gibt es jedoch keine Patent-Lösung. Vielmehr sind sie maximal individuelle Prozesse, die vielmehr von den Kompetenzen und der Motivation der Person und den jeweiligen situativen Anforderungen und Kompetenzen abhängen. Auch die Umgebung spielt beim Zustandekommen von Flow-Zuständen eine maßgebliche Rolle.

Wenn du die obigen Tipps und Merkmale für diese Erlebnisse beherzigst, wirst auch du schneller und intensiver Flow-Erlebnisse wahrnehmen. Versprochen.

Diese Ergebnisse gehen zudem stets mit einer stark erhöhten Konzentrationsfähigkeit und Fokussierung einher, die dich im Umkehrschluss in der jeweiligen Aktivität signifikant erfolgreicher machen wird.

In der heutigen Gesellschaft sind aufgrund der digitalen Rahmenbedingungen Flow-Zustände höchst wahrscheinlich noch schwieriger zu erreichen. Die Ablenkungen und Reize von außen sind sehr vielseitig und stark.

Wenn du jedoch aus der Masse mit deinen Leistungen herausstechen möchtet, egal ob beruflich, beim Sport oder auch in der Beziehung, solltest du dringend regelmäßig trainieren, Flow-artige Zustände zu erreichen.

In einem kommenden Beitrag zum Thema Flow, werden wir eine Buchrezension zum dem Buch Flow vom bereits erwähnten Experten auf diesem Gebiet, Mihály Csíkszentmihályi, veröffentlichen. Im Rahmen dieser Buch-Rezension werden wir verstärkt auf den Zusammenhang zwischen der Fähigkeit sich konzentrieren zu können und dem Erleben von Flow-Erlebnissen eingehen.

Frage an Euch, liebe Leser

Was sind Situationen oder Aktivitäten, in denen ihr Flow-Zustände oder ähnliche Erfahrungen macht? Eher beim Sport, in Gesprächen mit für euch besonderen Personen oder bei bestimmten intellektuellen Herausforderungen?

Schreibt uns eure Erfahrungen und Meinungen zu dieser spannenden Thematik gern in die Kommentare unter diesem Artikel.


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Written by StefTom