Deep Work – Cal Newport –

Deep Work

Deep Work

Der Autor von Deep Work

Cal Newport ist ein Professor der Informatik an der Georgetown University. Newport verfasste bis dato sechs „Selbst-Hilfe-Bücher“. Dazu ist er Autor und Initiator des Study Hacks Blogs, der die Schwerpunkte auf akademischen und beruflichen Erfolg hat.

 

Der Inhalt von Deep Work

In seinem Buch, Deep Work: Rules for Focused Success in a Distracted World, beschreibt Cal Newport den negativen Effekt von sozialen Medien, E-Mail-Postfächern und anderen digitalen Tools auf unsere geistige Leistungsfähigkeit und bietet einige sehr interessante und hilfreiche Ratschläge und Lösungen an.

Nach Newport sind wir Menschen nämlich erst dann richtig effektiv, effizient und erfolgreich, wenn wir uns über längere, ununterbrochene Zeiträume mit bestimmten Thematiken beschäftigen. Ganz wichtig sind gemäß Newport Zeiträume ununterbrochener mentaler Entfaltungen, während derer wir geistig an unsere individuellen Grenzen stoßen können.


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The Idea and The Rules

Newport hat sein Buch in zwei Teilen strukturiert: The Idea and The Rules

The Idea, ist eine These, die nach Newport besagt, dass es zwei elementare Fähigkeiten bzw. Elemente gibt, um in der New Economy Erfolg zu haben.

  1. Die Fähigkeit, schnell Herausforderungen zu meistern.
  2. Die Fähigkeit schnell und qualitativ auf einem Elite-Level zu performen.

 

Deep Work, Social Media und Erfolg

Durch unseren momentanen Lebensstil, der immer stärker von unglaublichen hohen Mengen an Informationen geprägt wird, wird die Möglichkeit Deep Work zu praktizieren jedoch immer schwieriger.

Daraus folgt logischer Weise, dass wir weit unseren mentalen Möglichkeiten bleiben. Newport vergleicht unser Gehirn mit einem Muskel (ich finde diesen Vergleich persönlich äußerst treffend). Wenn wir unser Gehirn nicht regelmäßig fordern, wird es stetig schwächer. Insbesondere mit dem Alter. Schon gar nicht kann das Hirn leistungsfähiger werden, wenn es nie an seine Grenzen gebracht wird.

Durch die unaufhaltsam voranschreitende Digitalisierung machen wir uns das Leben im Bezug auf die Möglichkeit von Deep Work immer schwerer. Die Möglichkeiten und vor allem die Gründe für Ablenkungen werden durch Apps, Nachrichten, E-Watches etc. immer signifikanter.

Fokuskiller

Fokuskiller

Die daraus folgende Konsequenz ist, dass immer weniger Menschen in der Lage sind, über längere Zeiträume konzentriert und schlussendlich effektiv & effizient zu arbeiten!

Newport zieht hieraus einen interessanten Schluss: Da dieses Talent immer knapper wird, muss und wird es wohl in Zukunft immer wertvoller werden. Diese Argumentation finde ich persönlich absolut nachvollziehbar und naheliegend.

Deep Work & Glückseligkeit

Man muss sich nur in der Bahn, dem Bus, dem Büro oder in der Bibliothek umschauen – überall glotzen Menschen gekrümmt und zumeist mit finsterer Meine auf elektronische Geräte. Die Fähigkeit sich von diesen, eigentlich und meistens total belanglosen Dingen loszulösen, und den wirklich wichtigen Dingen im Leben nachzugehen, wird immer seltener.

Daran schließt sich eine weitere interessante Tatsache: Der Zufriedensheits- bzw. Glücksfaktor. Wir Menschen brauchen in unserem Leben Ziele auf die wir (konzentriert) hinarbeiten können. Jeder kennt dies. Haben wir keine Ziele sind wir i.d.R. antriebslos und deutlich unglücklicher. Diverse Forschungen ergaben, dass wir Menschen insbesondere dann glücklich sind, wenn wir (schwierige) Herausforderungen wahrnehmen können, an denen wir mental oder physisch wachsen können.

Wenn wir uns diesen Herausforderungen aber nicht in Ruhe sowie mit voller Konzentration widmen können, werden wir jedoch a.) nie unser volles Potential abrufen können und b.) werden wir die Hindernisse schlecht, spät oder gar nicht bewältigen. Beides führt folgerichtig zu einem geringeren Glückseligkeitsgrad.

Das Fazit ist, dass jene Menschen, die Deep Work praktizieren können, in der Zukunft ungleich mehr Erfolg haben werden, als der große Rest. Denn Fakt ist, dass komplexe Fragestellungen und Thematiken nicht durch oberflächliches Denken gelöst werden können. Ebenso können i.d.R. keine fundierten und sinnvollen Ideen sowie Lösungen durch nur an der Oberfläche kratzenden Denkversuchen geschaffen werden. Kurz, Deep Work könnte, oder vielmehr ist bereits, zu einer absoluten Schlüsselqualifikation geworden, die signifikant darüber entscheiden wird, wer sich in unser immer stärker von Wettbewerb gekennzeichneten Welt durchsetzen wird.

Newport beschreibt in seinem Buch diverse praktische Beispiele, die demonstrieren, warum Deep Work so außerordentlich effektiv und wichtig ist.

Freund, Rowling und Darwin

Am eindrucksvollsten sind seine Stories von berühmten Persönlichkeiten, wie dem genialen Psycho-Analytiker, Sigmund Freund. Dieser zog sich bereits am Anfang der 90er Jahre oftmals bewusst aus seiner Lebensstadt Zürich an einen einsamen und vor allem ruhigen Ort zurück, um dort konzentriert ab seinen revolutionären Schriften schreiben zu können.

Ein weiteres sehr interessantes Beispiel stellte die berühmte und extrem erfolgreiche J. K. Rowling dar. Rowling bemerkte, dass sie Schwierigkeiten hatte, den letzten Harry Potter Teil zu schreiben. Ihre Maßnahme: Sie buchte sich für Monate in ihrem eigenen Wohnort in Edingburgh ein Zimmer im fünf-Sterne Hotel Balmoral. Das Ergebnis war der letzte und ebenfalls überaus erfolgreiche Harry Potter Teil.

Dasselbe taten andere außergewöhnliche Persönlichkeiten wie Charles Darwin oder David McCullough. Alle hatten sie eines gemeinsam: Sie reduzierten jegliche Ablenkungen auf ein Minimum, schufen Rituale und nahmen nicht unerhebliche Kosten in Kauf, um Deep Work zu praktizieren.

Praktische Tipps für Sterbliche

Natürlich sind solche vollkommenen Rückzüge und Isolationen nicht für jeden realisier oder finanzierbar. Aus unterschiedlichen Gründen, wie der eigenen Familie oder anderen Verpflichtungen, kann nicht über längere Zeiträume Ort der völligen Ruhe aufsuchen. Aus diesem Grund empfiehlt Newport diverse unterschiedliche konkrete und praktikable Methoden sowie Tipps, mit deren Hilfe praktisch jeder Deep Work effektiv praktizieren kann. Im Folgenden einige der von Newport beschriebenen Tipps, die ich ebenfalls praktiziere und guten Gewissens empfehlen kann.

  1. Eine Empfehlung ist das Kreieren einer visuellen Scorecard. Auf dieser kann man jeden Tag seine Anzahl an Deep Work Stunden festhalten und regelmäßigen Abständen kontrollieren.
  2. Das Einrichten von festen Zeiten, an denen man E-Mails und andere Nachrichten beantwortet. In den Zwischenzeiten kann man mit einer „no response“ Mail etwaige „Nervensägen“ vertrösten. Denn Fakt ist, die meisten Antworten sind nur “dringend“, aber nicht wichtig.
  3. Das Einrichten von festen Zeiten, in denen man sich selbst erlaubt, das Internet, Handy etc. zu benutzen.
  4. Sind alle deine momentanen sozialen Medien notwendig? Wenn nicht, lösche sie.
  5. Kreiere ein Shut-Down-Ritual. Zu einer bestimmten Uhrzeit an deinem Tag (wahrscheinlich am Abend). So könntest du beispielsweise jeden Tag um 18:00 deine Mail-Box ein letztes Mal checken, deine Aufgabenliste ein letztes Mal durchgehen und den nächsten Tag planen. Danach ist Schluss! Keine elektronischen Geräte, kein Social Media.

Fazit

Ich persönlich fand das Buch super und absolut zeitgemäß. Fakt ist, dass wir in einer Welt Leben, die von Informationsüberflutungen und Ablenkungen geprägt ist. Ich persönlich kenne viele Freunde und Bekannte, die Schwierigkeiten haben damit umzugehen.

Unser Leben ist endlich! Bedeutet, wir sollten die Zeit dir uns zur Verfügung steht effizient und qualitativ nutzen. Nicht oberflächlich und quantitativ.

Newport liefert aus meiner Sicht sehr interessante und noch dazu praktikable Insights, warum Deep Work so essenziell ist. Verschiedene Ansätze und Ideen habe auch ich in mein Leben und Arbeiten implementiert.

Dazu liest sich das Buch sehr flüssig und unterhaltsam. Kurzum, ich kann es auf jeden Fall komplett empfehlen.


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Written by StefTom