Entscheidungen treffen: 5 ultimative Ideen

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Entscheidungen treffen

Im heutigen Artikel gebe ich dir 5 ultimative Ideen zum Treffen von Entscheidungen.

Der letzte Artikel handelte von einigen Gründen, warum dir das Entscheiden so schwer fällt. Kurz zusammengefasst:

  • Angst vor einer Veränderung.
  • Ich entscheide mich einfach später.
  • Angst vor einer falschen Entscheidung.
  • Die Bedeutung der Entscheidung wird völlig überbewertet.
  • Vielleicht kommt ja noch etwas Besseres?

Hast du dich in den genannten Gründen wiederfinden können. Es ist sicherlich keine vollständige Liste, aber die Hauptursachen habe ich meines Erachtens aufgeführt.

Nun aber zu den 5 ultimativen Ideen, die ich dir heute mitgeben möchte. Es sind Ideen und Tipps, die ich im Laufe der Zeit in diversen Seminaren oder aus Gesprächen mit tollen Persönlichkeiten (Henning Fritz, Marc Gassert, Jörg Löhr) herausfiltern konnte. Es fehlen Tipps wie zum Beispiel die Pro/ Contra Liste, denn ich denke, dieses Vorgehen kennt jeder.

 

Entscheidungen treffen #1: Eigene Ziele und Werte kennen.

Ich bin der festen Überzeugung, wenn du Ziele hast, bestenfalls lang- und kurzfristige Ziele in schriftlicher Form, fällt dir das Entscheiden wesentlich leichter. Du hast für dich klar, wohin der Weg in den nächsten Jahren führen soll. Wenn du dich nun fragst, ob dir deine Entscheidung hilft, diesem Ziel näher zu kommen, dann hast du die Antwort in dir. Deshalb kannst du hier unseren Artikel zum Thema Ziel finden.

Kennst du deine dir wichtigen Werte? Ist dir bewusst, nach welchen Werten dein Leben verlaufen soll? Auch wenn du diese Werte kennst, fällt das Treffen von Entscheidungen wesentlich leichter.

Stelle dir vor, du bist zu einer Beerdigung eingeladen. Leider stellst du fest, dass es deine eigene ist. Du sollst nun deine eigene Grabrede schreiben. Frage dich:

  • Was soll mein Partner über mich sagen? Möchtest du hören, dass du immer ehrlich warst und zuverlässig? Respektvoll? Dann frage dich immer wieder, ob du diese Werte lebst.
  • Deine Arbeitskollegen,was sollen sie sagen? Möchtest du hören, dass du immer mit vollem Einsatz und Engagement dabei warst? Immer ein offenes Ohr für andere hattest? Lebst und handelst du danach?
  • Welche Wörter möchtest du von deinem besten Freund hören? Handelst du entsprechend?
  • Was möchtest du von deinen Kindern hören? Bist du so und handelst du entsprechend?

Diese Fragen geben dir klare Leitlinien für dein Handeln und somit auch für das Treffen von diversen Entscheidungen.

 

Entscheidungen treffen #2: Möchten, wollen, müssen!

Diese Idee habe ich auf vom deutschen Mentaltrainer Steffen Kirchner (u.a. von Fabian Hambüchen) gehört, den wir in Kürze zu einem Interview als Gast haben. Du darfst auf das Interview gespannt sein.

Wie stark ist deine Entscheidung, mit der du etwas verfolgst? Du hast ein Ziel vor Augen, weißt aber nicht, ob du es verfolgen sollst. Dann schaue genau hin:

  • Möchten? Dann ist es nur ein Wunsch und du wirst nicht wirklich ins Handeln kommen. Der Preis, den du bezahlen musst, ist dir zu hoch. Dein Wunsch ist keine wirkliche Entscheidung. Er ist nicht kraftvoll, auch nicht machtvoll. Richtig? Beim kleinsten Misserfolg oder auch Widerstand wirst du es nicht länger durchziehen, denn du wirst in deiner Dynamik gebremst. Du verlierst die Energie, die Eigenaktivität und das Momentum. Du bist raus
  • Wollen? Du kommst der Macht einer Entscheidung schon näher. Hängst aber noch irgendwo in der Mitte fest. Dein Wille ist da, aber nach seiner Meinung noch nicht ausreichend. Bist du wirklich bereit, den Preis zu zahlen? Nicht den möglichen finanziellen Preis, sondern den zeitlichen Aufwand, die möglichen Entbehrungen, eventuellen Schmerz und Leid? Kannst du das ertragen mit einem Willen? Es ist zwar nicht mehr nur ein Wunsch, aber reicht das aus? Denn es gibt viele andere Personen, die wollen das auch. Vielleicht sogar noch stärken als du.
  • Müssen? Nun hast du die absolute Entscheidung getroffen. Es ist nicht das Müssen, das von anderen Personen an dich herangetragen wird, sondern dein eigenes Müssen. Für dich gibt es hier keine Alternative. Für dich ist es ein MUSS, dieses Ziel zu erreichen. Ohne das, kann ich nicht weitermachen. Nun hast du eine definitive Entscheidung getroffen.

Du brichst alle anderen Wege hinter dir ab, du reißt alle Brücken hinter dir ein und hast somit keine Ausreden mehr. Du sorgst dafür, dass dein Muss in die Realität umgewandelt wird. Du hinterfragst deine Entscheidung nicht ständig, denn dann kommst du immer wieder ins Zweifeln und Grübeln. Komm ins Handeln.

Eigenes Beispiel:

Als ich mich dafür entschieden hatte, einen Ironman zu absolvieren, war es tatsächlich kein Wunsch. Der Wunsch hätte mich nicht bei Kälte aus dem Bett zum Training geholt. Eine unklare Entscheidung hätte mich nicht morgens um 4.30 aus dem Bett geholt, um die Laufschuhe anzuziehen und die Trainingseinheit des Tages zu absolvieren.

Es war auch kein Wollen.

Ich muss das schaffen, das war für mich wirklich alternativlos.

Also frage dich: Wie stark ist deine Entscheidung? Ein Wunsch? Ist es das Wollen? Oder ist es dein Müssen?

 

Entscheidungen treffen #3: Es gibt keine richtige Entscheidung.

Es gibt keine richtige Entscheidung, dessen darfst du dir komplett bewusst sein. Wenn du das glaubst, dass es die richtige Entscheidung gibt, dann wartest du auf den Sankt Nimmerleinstag und schaust auf ganz viele äußere Einflüsse, die du nicht beeinflussen kannst.

Du fragst dich dann:

  • Was sagt denn mein Arbeitskollege dazu?
  • Wie sieht der Arbeitsmarkt aus?
  • Was sagt die vermeintliche Konkurrenz dazu?
  • Kann ich das überhaupt schaffen?
  • Bin ich zu alt/ groß/ jung.. dafür?
  • Macht das auch wirklich Sinn?

Sei dir bewusst, dass dein Umfeld dich in deinen Entscheidungen massiv beeinflusst, sei es bewusst oder tatsächlich unbewusst. Löse dich von den Erwartungen deiner Familie und des Umfelds und erkenne, was dir wirklich wichtig ist. Mache dir klar, dass du nicht auf der Welt bist, um die Erwartungen anderer Menschen an dich zu erfüllen.

Das bedeutet aber nicht, dass du rücksichtslos durch dein Leben gehst. Dennoch solltest du dir bewusst sein, ob du Entscheidungen für dich oder deine Mitmenschen triffst.

Jedoch hörst du  meistens nicht auf deinen Einflussbereich, den du für dich beeinflussen kannst.

Du solltest dich nicht für einen bestimmten Startpunkt entscheiden, sondern du entscheidest dich für ein ganz bestimmtes Ergebnis, das du erreichen willst. Denn zwischen deiner Entscheidung und dem Ergebnis liegt dann der Handlungsspielraum. Nun kommst du wieder ins Spiel, denn diesen Handlungsspielraum kannst du selbst bestücken. Jetzt hast du es selbst in deiner eigenen Hand.

Die Kunst, die “richtige” Entscheidung zu treffen, ist also: Sorge du selbst dafür, dass deine Entscheidung richtig war. Du sorgst mit deinen Gedanken und Handlungen dafür, dass deine Entscheidung richtig war. Mit deinem Handeln sorgst du also, nach dem Fällen der Entscheidung, für die Richtigkeit.

Beispiel Arnold Schwarzenegger:

Arnold Schwarzenegger, der österreichische Body- Builder, Filmstar und Politiker. Für ihn gab es nach seiner getroffenen Entscheidung keinen Plan B oder C oder D. Es war für ihn klar, dass die getroffene Entscheidung keinen Notfallplan benötigte. Denn das wäre aus seiner Sicht immer eine Ausrede oder ein Hintertürchen. Mach, dass deine Entscheidung durch dein Handeln richtig wird.

 

Entscheidungen treffen #4: Nie im Stress entscheiden.

Stress, Angst und Sorge sind keine guten Ratgeber. Vermeide Entscheidungen unter Stress zu fällen. Oft kannst du dir für wirklich wichtige Entscheidungen etwas Zeit nehmen oder auch vom Gegenüber erbitten. Niemand hält dir die Pistole auf die Brust, oder?

Die genauen Vorgänge vom Stress zu erklären, sprengt den Rahmen dieses Artikels. Du musst aber wissen, dass du unter Stress viel schlechter denken kannst. In deinem Gehirn findet eine Dämpfung der Großhirnaktivität statt, das führt zur ein starken Verschlechterung des Denkens. Durch den Stress wird dein Gehirn mit weniger Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Triff also keine Entscheidungen im Stress.

Wie du dem Stress gut Einhalt bieten kannst, erfährst du in unseren Artikeln zum Autogenen Training und zur progressiven Muskelentspannung.

Wenn du aber eine sofortige Entscheidung unter Stress fällen musst, dann bekomme zuerst deine Atmung unter Kontrolle. Atme tief in den Bauch hinein. Du wirst sofort ruhiger.

 

Entscheidungen treffen #5 Schaue in drei Schritten in die Zukunft.

Ok, du kannst nicht in die Zukunft schauen, denn sonst wäre ja alles immer in bester Ordnung. Du würdest Entscheidungen rasend schnell und sicher treffen können, die Idee kannst du aber gewiss benutzen.  Du baust dir eine zeitliche Entfernung zum Ergebnis auf.
Nach Suzy Welch, der Frau des Ex-General-Electric-Bosses Jack Welch, musst du dir nur drei Fragen stellen. Sie nennt es die 10:10:10 Methode.

Wie wirst du über deine Entscheidung in:

10 Minuten denken?

9 Monaten denken?

10 Jahren denken?

Ihre Idee hilft dir, deinen Blick in die Zukunft zu richten und nicht nur kurzfristig zu denken. Sie hilft dir, langfristige Auswirkungen deiner möglichen Entscheidung anzuschauen.

Stehst du vor einer wichtigen Entscheidung wie beispielsweise einem Hauskauf, kannst du gerne diese Methode durchgehen. Du fragst dich, ob du dir wirklich vorstellen kannst, an diesem Ort mit letztlich gleichem Job und Umfeld in 10 Jahren zu leben.

Wenn du z.B. in ein paar Jahren einen Jobwechsel in Betracht ziehst, ist dann der Hauskauf realistisch und vernünftig?

Gut funktioniert diese Methode auch bei Fragen zum Job oder Partner.

 

Fazit:

  • Darf ich? Kann ich? Muss ich? Will ich? Soll ich? Egal, ich mach das jetzt!
  • Sobald du deine eigenen Ziele und Werte kennst, fällt dir das Treffen von Entscheidungen viel leichter.
  • Wenn deine Entscheidung ein eigenes “MUSS” ist, ist sie sehr machtvoll und du kommst ins Handeln und akzeptierst Hürden und Rückschläge. Du gehst weiter.
  • Es gibt keine richtigen Entscheidungen. Wenn du dich für eine Sache entschieden hast, sorge mit deinem Handeln dafür, dass sie gut und richtig wird.
  • Handle nicht im Stress und schaue beim Entscheiden in drei Schritten in die Zukunft. Wie denkst du in 10 Jahren über die heutige Entscheidung.

 

Quellen:

https://www.zeit.de/campus/2014/05/entscheidungen-treffen-stress-zufriedenheit

Barry Schwartz: “Anleitung zur Unzufriedenheit”

Written by StefTom